Februar 2008: Außenhandel mit Asien-Pazifik 2007
Die deutschen Exporte in die asiatisch-pazifische Region konnten für das Gesamtjahr die erfreuliche Entwicklung der ersten Monate nicht fortsetzen. Die deutschen Ausfuhren in die Region wuchsen im Vergleich zum Vorjahr 2007 nur um 4,7 Prozent auf 91,2 Milliarden Euro – nach einem Plus von noch 10,1 Prozent zum Halbjahr. Das Wachstum der Exporte nach Asien lag deutlich unter dem der gesamten deutschen Ausfuhren von 8,5 Prozent. Der Anteil Asiens an den deutschen Ausfuhren erreicht damit knapp 9,4 Prozent.
Verringert hat sich erstmals seit Jahren das deutsche Handelsbilanzdefizit mit der asiatisch-pazifischen Region: es belief sich zum Jahresende auf 32,8 Milliarden Euro, gut 4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die deutschen Einfuhren wuchsen im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent und damit ebenfalls unter dem Zuwachs der gesamten deutschen Importe. Der Anteil der Region am deutschen Außenhandel ist auf 12,4% leicht gesunken.
Abgeschwächt hat sich vor allem das Wachstum des Handels mit der VR China, der in den letzten 10 Jahren mit kontinuierlich zweistelligen Raten Treiber der Exportentwicklung war. Positiv zu bewerten ist die stärkere Angleichung der Zunahmen bei Importen und Exporten. Die deutschen Lieferungen nach China wuchsen mit 8,9 Prozent aber weiter deutlich stärker als 2005, China bleibt mit Lieferungen in einem Umfang von 29,9 Milliarden Euro mit großem Abstand wichtigstes Zielland deutscher Exporte in Asien. Zweistellige Wachstumsraten verzeichneten die Elektro-, Chemie- und Kfz-Branche, die Exporte deutscher Maschinen und Ausrüstungen legten um knapp sieben Prozent zu.
Dynamisch wuchsen mit einem Plus von 15,5 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro die Ausfuhren nach Indien, auch wenn die Rekordzahlen von 2006 nicht mehr erreicht wurden. Indien etabliert sich damit weiter als viertgrößter Abnehmer deutscher Waren in der Region nach China, Japan und Korea und vor Australien und Singapur. Am lebhaftesten entwickelten sich mit einem Plus von über 60 Prozent die deutschen Lieferungen im Bereich KfZ, die allerdings bisher nur einen Anteil von drei Prozent an den gesamten deutschen Ausfuhren nach Indien einnehmen. Zweistellig wuchsen die deutschen Exporte in den Bereichen Maschinen, Elektro und Chemie.
Überdurchschnittlich entwickelten sich auch die deutschen Ausfuhren in die ASEAN mit einem Plus von 6,6 Prozent auf 15,5 Milliarden Euro, auch hier nahmen Lieferungen aus den Branchen Kfz und Elektro mit einem Plus von 11 bzw. 10 Prozent überdurchschnittlich zu. Erfreulich entwickelten sich dabei auch die deutschen Lieferungen in die Least Developed Countries der ASEAN, während die Exporte nach Bangladesch und Sri Lanka – wohl auch aus politischen Gründen – deutlich eingebrochen sind. Die südostasiatische Staatengemeinschaft als ganzes nimmt damit erneut mehr Waren ab als Japan, dessen Einfuhren aus Deutschland nach mehreren Wachstumsjahren erstmals wieder um 5,8 Prozent auf 13,1 Milliarden Euro gesunken sind. Nur die Maschinenbauexporte entwickelten sich mit einem Plus von 1,9 Prozent gegen den Trend.
OAV Geschäftsführerin Monika Stärk kommentiert: „Den Trend des letzten halben Jahres sollte man nicht überbewerten. Dennoch bleibt der deutsche Export nach Asien-Pazifik weiter unter seinen Möglichkeiten. Gerade in Zeiten einer sich deutlich abschwächenden Konjunktur in den USA und einigen wichtigen europäischen Abnehmerländern müssen die Lieferpotenziale in den asiatischen Wachstumsmärkten noch intensiver genutzt werden. Angesichts des wachsenden globalen und regionalen Wettbewerbs ist dies keine leichte Aufgabe. Die deutsche Wirtschaft ist jedoch mit technologisch hochwertigen und den Anforderungen an Erfordernisse des Klima- und Umweltschutzes nachkommenden Produkten bestens gerüstet.“
