Jahrestagung der Asiatischen Entwicklungsbank in Frankfurt 2016: Nachhaltigkeit gemeinsam gestalten

Deutschland ist der größte europäische Anteilseigner der Asian Development Bank (ADB). 49 Jahre nach der Gründung der Bank ist es nun dem Entwicklungs-
ministerium gelungen, die Jahrestagung erstmals in unser Land zu holen, an den europäischen Finanzplatz Frankfurt am Main.

49. Jahrestagung der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) „Cooperation for Sustainability – Kooperation für nachhaltige Entwicklung“

2.-5. Mai 2016, Frankfurt am Main, Messe Gastgeber: Bundesrepublik Deutschland

Die ADB ist die größte multilaterale Institution zur Entwicklungsfinanzierung in Asien-Pazifik. Gegründet 1966, Sitz in Manila

  • Deutschland ist größter europäischer Anteilseigner der ADB mit 4,345 Prozent
  • Neuzusagen 2014: 13,7 Mrd. USDollar zzgl. Kofinanzierungen von 9,2 Mrd. US-Dollar
  • Topländer 2014: Indien, Pakistan, VR China
  • Topsektoren 2014: Energie, Transport, Finanzwesen, Wasser

Die Jahrestagung der ADB findet erstmals in Deutschland statt. Es werden mehr als 3000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Mitgliedsländern der ADB erwartet: Entscheider und Meinungsbildner aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft; über 35 Finanzminister und Zentralbankchefs.
Die Teilnahme ist gebührenfrei.

Kontakt: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Arbeitsstab ADBJahrestagung

ADBannualmeeting2016@bmz.bund.de

www.bmz.de/ADBannualmeeting2016

Eine der dringlichsten Aufgaben unserer Zeit ist die konkrete Umsetzung der G7-Beschlüsse, der UNAgenda 2030 und der Ergebnisse der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris. Für die Entwicklungsfinanzierung heißt das, die Finanzformate und -produkte weiter zu entwickeln und zu schärfen. Die ADB-Jahrestagung als Plattform unter dem Motto „Cooperating for Sustainability“ ist dafür der geeignete Ort. Inhaltlich werden Investitionen in nachhaltige Lieferketten, in erneuerbare Energien und Klimaschutz sowie in berufliche Bildung als wichtige Gebiete der internationalen Kooperation einen besonderen Schwerpunkt darstellen. Insbesondere aber soll von der ADB-
Jahrestagung ein Push für mehr Nachhaltigkeit bei Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern ausgehen. Dieser Anspruch kann nur gemeinsam von der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft mit der Unterstützung einer engagierten Zivilgesellschaft bewerkstelligt werden.

Finanzierung der nachhaltigsten Lösungen von Entwicklungsprojekten

Die Länder Asiens stehen vor der großen Herausforderung, wirtschaftliches Wachstum viel stärker als bisher umweltverträglich zu gestalten und dafür Sorge zu tragen, dass mehr Menschen vom Aufschwung profitieren. So hat die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) in ihrer Langfriststrategie entschieden, bei Finanzierungsentscheid-
ungen neben der regionalen Integration vor allem auch breitenwirksames Wachstum und ökologische Nachhaltigkeit zu berücksichtigen. Deutsche Unternehmen sind bei Ausschreibungen der ADB zwischen 1999 und 2014 bei rund 400 Projekten zum Zuge gekommen. Damit die Wettbewerbschancen nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen „Made in Germany“ in Zukunft stärker zum Tragen kommen, hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im vergangenen Jahr zusammen mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eine Toolbox „Nachhaltige Auftragsvergaben” erarbeitet. Ziel ist, der deutschen Wirtschaft Informationen und Erfahrungswerte zur Verfügung zu stellen, die sie für die auf Nachhaltigkeit ausgerichteten  Ausschreibungen benötigen – eine Voraussetzung, um sich erfolgreich zu engagieren.

Neue Finanzierungsinstrumente, mehr Innovation, mehr Kooperation

Die Jahrestagung eröffnet weitere Möglichkeiten, um konkrete Pläne zu entwickeln und daraus Partner-
schaften zu bilden. Der Bedarf an rentablen Anlagemöglichkeiten ist hoch. Es gilt dafür, mit dem Instrumen-
tarium der Entwicklungsbanken eine Bindung an Projekte herbei zu führen, die dem Gebot der Nachhaltigkeit auf diesem Planeten in lokaler wie in globaler Hinsicht Rechnung tragen. Aus diesem Grund sollen auf der Jahrestagung innovative Szenarien präsentiert werden. Dazu gehört auch die Einbeziehung von Kommunen als Partner in den globalen Prozess. Denn der Prozess der Projektfindung und -umsetzung gelingt sehr viel schneller, wenn dazu ein Know-how Austausch mit der lokalen Ebene stattfindet. So hat das BMZ mit seinen Partnern in der Zwischenzeit 50 kommunale Klimapartnerschaften auf den Weg gebracht, wobei in den kom-
menden zwei Jahren der Fokus des Projekts auf Partnerschaften mit Süd- und Südostasien liegt.

Der Präsident der ADB Takehiko Nakao und der Vorstizende des Gouverneursrats Hans-Joachim Fuchtel bei der ADB-Jahrestagung 2015 in Baku, Aserbaidschan. (v.l.)

Die globale Finanzarchitektur ist in Bewegung

Neu für den Finanzmarkt ist die Gründung der Asiatischen Infrastrukturinvestmentbank (AIIB) und der New Development Bank (NDB) der BRICS Staaten. Welche Perspektiven sich daraus für die europäische und asiatische Finanzarchitektur ergeben, wird ein weiteres wichtiges Thema der Jahrestagung sein. Die Diskussion erfolgt zu einem frühen Zeitpunkt und eröffnet allen Entscheidern die Möglichkeit, konkrete Einblicke zu nehmen. Mit der Ausrichtung der Jahrestagung in Frankfurt möchte die Bundesregierung der deutschen Wirtschaft auch Gelegenheit geben, ihr Potenzial für nachhaltiges Wirtschaften international zu präsentieren. Ebenso wollen wir den Nichtregierungsorganisationen und kommunalen Entscheidungsträgern die Möglichkeit bieten, ihre Kompetenzen und Erfahrungen in diesen Austausch positiv einzubringen. Wir sind sicher, dass viele Besucherinnen und Besucher der Jahrestagung ihre Teilnahme gerne auch mit Exkursionen zu interessanten Destinationen der Wirtschaft und Wissenschaft nutzen möchten. Der OAV verfügt über ein hervorragendes Renommee in Asien. Es ist daher für uns selbstverständlich, dass die Erfahr-
ungen und Vorschläge des OAV bereits bei der Vorbereitung der ADB-Jahrestagung einfließen. Als Mitglieder des OAV sind Sie herzlich eingeladen, an der ADB-
Jahrestagung teilzunehmen.

Hans-Joachim Fuchtel

Seit Dezember 2013 ist Hans-Joachim Fuchtel Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Hans-Joachim Fuchtel vertritt Deutschland bei der ADB als Gouverneur. Seit 2015 hat er den Vorsitz des 67-köpfigen Gouverneursrats inne.

Mehr Informationen zu den Angeboten des BMZ für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft erhalten Sie bei der im Rahmen des EZ-Scout Programms vom BMZ an den OAV entsandten Expertin Christine Falkenberg (falkenberg@oav.de).

Aktuelle Toolbox "Nachhaltige Auftragvergabe"
www.kfw.de, Suchfunktion "Toolbox"

Kommunale Partnerschaften
http://archiv.service-eine-welt.de/partnerschaften/partnerschaften-start.html

EZ-Scout-Programm
www.bmz.de/wirtschaft