Wirtschaftshandbuch

Japan-Artikel von Nadine Burgschweiger-Rieck

Offizielle Staatsbezeichnung Japan
Staatsform Parlamentarische Monarchie
Regierungschef Shinzo Abe (seit Dezember 2012)
Wirtschaftsressorts Hiroshige Seko (Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie), Taro Aso (Minister für Finanzen), Toshimitsu Motegi (Minister für Wirtschafts- und Fiskalpolitik)
Sprachen Landessprache: Japanisch, Handelssprachen: Japanisch, Englisch
Analphabetenrate k. A.
Maße und Gewichte Metrisches System
Haushaltsjahr 1. April bis 31. März
Währung Yen (JPY)
Zeitverschiebung MEZ +8 / MESZ +7
Landfläche 377.962 qkm (2017, Weltbank)
Einwohnerzahl 126,8 Mio. (2017, Weltbank)
Bevölkerungsdichte 348 Einwohner/qkm (2017, Weltbank)
Bevölkerungswachstum –0,2 % (2017, Weltbank)
Religionsgruppen Shinto-Anhänger: 89,5 Mio., Buddhisten: 85 Mio., Christen: 1,9 Mio., Andere: 8,7 Mio. (2015)
Ethnische Zusammensetzung Japaner 98,1 %, Ausländer 1,9 % (= 2,4 Mio., davon 695.522 Chinesen, 453.096 Koreaner, 243.662 Filipinos, 199.990 Vietnamesen) (2016)
Hauptstadt Tokyo (13,7 Mio.) (2017)
Wichtige Städte Yokohama (3,7 Mio.), Osaka (2,7 Mio.), Nagoya (2,3 Mio.), Sapporo (1,96 Mio.), Kobe (1,5 Mio.), Fukuoka (1,6 Mio.), Kyoto (1,5 Mio.) (2017)
Entstehung des BIP Primärsektor 1,1 %, Sekundärsektor 28,7 %, Tertiärsektor 69,4 % (2015)
Verwendung des BIP Privater Verbrauch 56,6 %, Bruttoanlageinvestitionen 23,9 %, Staatsverbrauch 19,9 %, Außenbeitrag –0,3 % (2015)
Wichtige fossile und mineralische Rohstoffe Kalkstein: 139,3 Mio. t (2016); Kohle: 1,3 Mio. t (2016, BP)
Wichtige Agrarerzeugnisse Reis: 8 Mio. t, Fisch: 4,7 Mio. t, Zuckerrüben: 3,9 Mio. t., Kartoffeln: 2,4 Mio. t, Weißkohl: 1,5 Mio. t, Rettich: 1,4 Mio. t, Zwiebeln: 1,2 Mio. t (2015)
Wichtige Industriezweige Elektronik, Elektrotechnik, Maschinenbau, Transportausrüstung, Feinmechanik, Konsumgüter, Informations- und Kommunikationstechnik, Eisen und Stahl, Nichteisenmetalle, Metallverarbeitung, Chemie, Medizintechnik
Elektrizitätserzeugung 1.024,2 Mrd. kWh; davon fossile Brennstoffe 88,7 %, Wasserkraft 8,9 %, sonstige 1,4 %, Atomenergie 0,9 % (2015)
Wirtschaftsabkommen mit Deutschland Doppelbesteuerungsabkommen (1967) mit Ergänzungen (1977, 1981 und 2016)
Handelsabkommen in Kraft ASEAN, Australien, Brunei, Chile, Indien, Indonesien, Malaysia, Mexiko, Mongolei, Peru, Philippinen, Schweiz, Singapur, Thailand, Vietnam
Internationale Organisationen UN, WTO, APEC

+ wachsende Exportnachfrage und robuster Binnenkonsum stützen Konjunkturerholung

+ Liberalisierung des Binnenmarktes und des Außenhandels schreitet voran

+/– extrem lockere Geldpolitik stärkt Wirtschaftswachstum, schränkt aber zukünftige Handlungsfähigkeit ein

+/– weiterhin hohe inländische Staatsverschuldung, aber Fortschritte in der Haushaltskonsolidierung

+/– keine Überwindung der anhaltenden Deflation trotz historischer Unternehmensgewinne, niedriger             Arbeitslosigkeit und steigender Rohstoffpreise

Unsicherheit in der politischen Beziehung mit den USA schwächt japanische Position in der Region

+ wachsende Investitionsneigung der Unternehmen im Vorfeld der Olympischen Spiele und dank hoher Liquidität

+ verstärkte Wirtschaftskooperation innerhalb Asiens, u. a. durch Abschluss des RCEP

+/– Konsumausgaben profitieren von steigenden Touristenzahlen und wachsenden Löhnen, werden aber durch Mehrwertsteuererhöhung gedämpft

+/– schrumpfende Erwerbsbevölkerung und Fachkräftemangel üben Aufwärts­druck auf Einkommen und Preise aus, belasten aber mittelfristige Wachs­tumsaussichten

restriktive US-Handelspolitik schwächt internationales Handelssystem und Weltkonjunktur

Politischer Überblick

Der seit 2012 amtierende Shinzo Abe blickt bereits auf die drittlängste Amtszeit un­ter Japans Premierministern der Nachkriegszeit zurück und erfreut sich nach fünf erfolgreichen nationalen Parlamentswahlen einer grundsätzlich stabilen politischen Position. Seine Regierungskoalition aus Liberaldemokratischer Partei (LDP) und Komeito verfügt sowohl im Oberhaus (150 Sitze) als auch im Unterhaus (312 Sitze) des japanischen Parlaments über komfortable Mehrheiten. Abe setzt seit Beginn seiner Amtszeit auf eine breit aufgestellte Revitalisierungsstrategie, die neben der stark beachteten wirtschaftspolitischen Agenda („Abenomics“) auch strukturelle und regulative Reformen umfasst, deren zögerliche Umsetzung aber bislang kri­tisch kommentiert wird. Ein weiteres Kernziel bleibt die Verfassungsänderung be­ziehungsweise -ergänzung im Hinblick auf den umstrittenen Artikel 9...

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