Wirtschaftshandbuch

Mongolei-Artikel von Felicitas Kaupp

Offizielle Staatsbezeichnung Mongolei
Staatsform Präsidialrepublik
Staatsoberhaupt Präsident Khaltmaa Battulga
Regierungschef Ministerpräsident Ukhnaagiin Khürelsükh
Wirtschaftsressorts Khurelbaatar Chimed (Finanzen), Sumiyabazar Dolgorsuren (Bergbau und Schwerindustrie), Davaasuren Tserenpil (Energie)
Sprachen Landessprache: Mongolisch; Handelssprachen: Mongolisch, Russisch
Analphabetenrate 1,7 % (15 Jahre und älter; M: 1,8 %, W: 1,7 %) (2010, UNESCO)
Maße und Gewichte Allgemein metrisches System
Währung Tugrik (MNT) (1 MNT = 100 Mongo)
Haushaltsjahr Kalenderjahr
Zeitverschiebung MEZ +7 / MESZ +6 (östl. Teil des Landes und Ulan Bator); MEZ +6 / MESZ +5 (westl. Teil des Landes)
Landfläche 1,56 Mio. qkm (2017, Weltbank)
Einwohnerzahl 3,08 Mio. (2017, Weltbank)
Bevölkerungsdichte 2 Einwohner/qkm (2017, Weltbank)
Bevölkerungswachstum 1,6 % (2017, Weltbank)
Religionsgruppen Buddhistische Lamaisten 53 %, Religionslose 38,6 %, Shamanisten 2,9 %, Christen 2,2 %, Muslime 3 %, (2010, Central Intelligence Agency)
Ethnische Zusammensetzung 81,9 % Mongolen (Khalkh), 3,8 % Kasachen, 2,7 % Durvud, 2,1 % Bayad, 1,7 % Buryat-Bouriates, 1,2 % Zakhchin,1 % Dariganga, 1 % Uriankhai, 4,6 % andere (2010, Central Intelligence Agency)
Hauptstadt Ulaanbaatar (1,39 Mio., Zensus 2015)
Wichtige Städte Darkhan (80 652), Erdenet (74 738) (Zensus 2015)
Wichtige Feiertage Ende Jan./Anfang Feb. („Tsagaan Sar, mongolische Neujahr), 11. Juli („Naadam“, Nationalfeier-tag), 26. November Tag der Proklamation der Mongolei
Entstehung des BIP Primärsektor 13,3 %, Sekundärsektor 35,3 %, Tertiärsektor 51,4 % (2016,ADB)
Verwendung des BIP Privatverbrauch 53,3 %, Bruttokapitalbildung 29,5 %, Staatsverbrauch 14,5 %, Bestands-veränderungen 9,4 %, Außenbeitrag 4 %, statistische Diskrepanz –1,2 % (2016, ADB)
Wichtige fossile und mineralische Rohstoffe Kohle 24 Mio. t, Eisen 6,4 Mio. t, Zement 411 000 t, Zink 46 600 t, Kupfer 251 332 t, Stahl 64 400 t (2014, USGS)
Wichtige Agrarerzeugnisse Getreide 467 053 t, Kartoffeln 165 329 t, (2016, FAO)
Wichtige Industriezweige Baugewerbe, Bergbau, Öl, Lebensmittel und Getränke, tierische Produkte, Kaschmir (2016, Central Intelligence Agency)
Elektrizitätserzeugung 5,2 Mrd. kWh (2015, World Factbook/CIA)
Wirtschaftsabkommen mit Deutschland Investitionsschutzabkommen (1996),Doppelbesteuerungsabkommen (1996)
Handelsabkommen in Kraft Japan (2016)
Internationale Organisationen UN, WTO, ADB, FAO, IMF

+ Stabilisierung der Haushaltslage durch Finanzpaket des IMF und erfolgreich umgesetzte Reformen

+ erhöhte Rohstoffpreise führen zu erhöhten Einnahmen im Bergbausektor und Stabilisierung der Wirtschaft

– Korruption stellt nach wie vor eine Herausforderung dar

– starke Luftverschmutzung in Ulan Bator belastet die Gesundheit

+ positive Wachstumsprognose aufgrund zunehmender Stabilität und hohem Rohstoffvorkommen

– nach wie vor starke Abhängigkeit von den Nachbarn Russland und China

– die Mongolei bleibt aufgrund der starken Abhängigkeit vom Rohstoffsektor anfällig für Konjunkturschwankungen/
externe und interne Schocks

Politischer Überblick

Nachdem die Mongolei in den letzten Jahren von internen politischen Machtkämpfen und instabilen Koalitionsregierungenunter der Führung der Demokratischen Partei (DP) geprägt war, hält die Mongolische Volkspartei(MVP) seit der Parlamentswahl im Juni 2016 eine Zweidrittelmehrheit im Großen Staats-Khural, dem Ein-Kammer-Parlament der Mongolei, was zunächst mehr Konstanz und Berechenbarkeit in der Regierung bedeutet.Jedoch gibt es weiterhin Potenzial für politische Instabilität und interne Konflikte, da dem von der MVP dominiertenParlament seit der Präsidentschaftswahl im Juli 2017 mit Präsident Khaltmaa Battulga ein Kandidat der DPgegenübersteht. Der Präsident verfügt über ein Vetorecht gegenüber der Gesetzgebung des Parlaments, seinVeto kann jedoch mit einer Zweidrittelmehrheit des Parlaments überstimmt werden. Somit birgt die derzeitige Regierungskonstellationdie Gefahr von gegenseitigen Blockaden und einer verringerten Effektivität bei der politischenEntscheidungsfindung aufgrund interparteilicher Rivalitäten. Deutlich wurde dies beispielsweise im September2017, als Premierminister Jargaltulga Edenebat durch ein Misstrauensvotum aus seinem politischen Amt...

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