Wirtschaftshandbuch

Thailand-Artikel von Daniel Müller/Sigrid Parzinger

Offizielle Staatsbezeichnung Königreich Thailand
Staatsform Konstitutionelle Monarchie
Staatsoberhaupt König Maha Vajiralongkorn Bodindradebayavarangkun (Rama X)
Regierungschef Seit Mai 2014 militärische Übergangsregierung durch das National Council for Peace and Order (NCPO) mit ernanntem Premierminister Prayuth Chan-ocha
Wirtschaftsressorts Handelsminister: Sontirat Sontijirawong, Finanzminister: Apisak Tantivorawong, Industrieminister: Uttama Savanayana, Energieminister: Siri Jirapongphan
Sprachen Landessprache: Thai; Handelssprachen: Thai, Englisch, auch chinesische Dialekte
Analphabetenrate 6,0 % (2015, Weltbank)
Maße und Gewichte Metrisches System (teilweise lokale Maße und Gewichte. Häufig: 1 rai = 1 600 qm)
Währung Baht (1 THB = 100 Satangs)
Haushaltsjahr 1. Oktober bis 30. September
Zeitverschiebung MEZ +6 / MESZ +5
Landfläche 513 120 qkm (2017, Weltbank)
Einwohnerzahl 69,04 Mio. (2017, Weltbank)
Bevölkerungsdichte 135 Einwohner/qkm (2017, Weltbank)
Bevölkerungswachstum 0,3 % (2017, Weltbank)
Religionsgruppen Buddhisten 94,7 %, Muslime 4,2 %, Christen 1,1 % (2014, National Statistical Office)
Ethnische Zusammensetzung Thais, Chinesen, Laoten, Malaien, Khmer, Angehörige sog. Bergstämme
Hauptstadt Bangkok (8,3 Mio.) (2010, Zensus)
Wichtige Städte Nakhon Rachasima (2,6 Mio.), Samut Prakarn (1,8 Mio.), Chiang Mai (1,7 Mio.), Udon Thani (1,7 Mio.), Chon Buri (1,5 Mio.), Nonthaburi (1,3 Mio.) (2010, Zensus)
Wichtige Feiertage 28. Juli (Geburtstag König Vajiralongkorn), 5. Dezember (Nationalfeiertag, Geburtstag König Bhumibol), Chinesisches Neujahr und buddhistische Feste mit wechselndem Datum nach dem Mondkalender
Entstehung des BIP Primärsektor 8,3 %, Sekundärsektor 35,8 %, Tertiärsektor 55,8 % (2016, ADB)
Verwendung des BIP Privater Verbrauch 49,7 %, Bruttoanlagenin-vestitionen 22 %, Staatsverbrauch 17,1 %, Außenbeitrag 14,7 %, statistische Abweichung –4,5 % (2016, ADB)
Wichtige mineralische und fossile Rohstoffe Erdgas: 38,6 Mrd. cbm, Erdöl: 17,6 Mio. t, Kohle: 17,0 Mio. t (2016, BP); Rohstahl: 3,5 Mio. t, Zement: 35,0 Mio. t, Gips: 12,4 Mio. t, Zinn: 16,9 t (2014, USGS)
Wichtige Agrarerzeugnisse Reis (Roh): 25,3 Mio. t*, Mais: 4,8 Mio. t*, Zuckerrohr: 87,5 Mio. t*, Maniok: 31,2 Mio. t, Palmöl: 1,8 Mio. t**, Kokos-nüsse: 0,8 Mio. t*, Mangos: 3,4 Mio. t*, Ananas: 1,8 Mio. t*, Bananen: 1,1 Mio. t*, Naturkautschuk: 4,5 Mio.t* (2016, FAO); Fisch: 2,5 Mio. t (2016, FAO);
Wichtige Industriezweige Telekommunikation, Nahrungsmittelver-arbeitung, Kfz, Motorräder, Metallverarbeitung, Texti¬lien und Bekleidung, Kunststoffindustrie
Elektrizitätserzeugung 167,9 Mrd. kWh (2015, CIA)
Wirtschaftsabkommen mit Deutschland Doppelbesteuerungsabkommen (1967) Investitionsförder- und -schutzvertrag (2004)
Handelsabkommen in Kraft AFTA, ASEAN-Australien/Neuseeland (AANZFTA), ASEAN-China (ACFTA), ASEAN-Japan (AJCRPA), ASEAN-Indien, ASEAN-Korea, Australien, Bahrain, Chile, China, Japan, Laos, Neuseeland, Peru
Internationale Organisationen UN, WTO, APEC, ASEAN, IMF

+       Thailands Regierung treibt eine Reihe von Reformprogrammen voran, die für mehr Innovation und eine höhere Wertschöpfung sorgen sollen.

+ /– Auch wenn das Wachstum im Vergleich zu den Vorjahren wieder etwas zuge­legt hat, bleibt die politische Unsicherheit hoch und belastet den Konsum sowie mögliche Investitionen.

      deutliche Zunahme der Unzufriedenheit mit der Militärherrschaft

      keine Lösung für eine nachhaltige Lösung der politischen Konflikte in Sicht

+       Die Aktivitäten zum Infrastrukturausbau schreiten voran und helfen, Thailands Wettbewerbsposition zu verbessern.

+       Es ist absehbar, dass nach etwaigen Wahlen im Jahr 2019 eine weitere Normalisierung der Beziehungen zu den westlichen Staaten erfolgen wird.

+       Thailand bleibt ein Vorreiter beim Ausbau der erneuerbaren Energien in Südostasien.

+       Der boomende Tourismussektor sorgt für stabile Exporteinnahmen.

+/–    Es gilt als wahrscheinlich, dass 2019 Wahlen stattfinden, jedoch wird der Ein-fluss des Militärs infolge der in der Verfassung niedergelegten Eingriffsrechte weiter hoch bleiben.

      Der zunehmende Fachkräftemangel droht die Technologisierungspläne zu untergraben.       

Politischer Überblick

In Thailand rücken die ersten Wahlen seit dem Militärputsch im Mai 2014 näher. Das Militär übt mittels des Nationalen Rates für Frieden und Ordnung (NCPO) mit Premier Prayuth Chan-ocha an der Spitze weiter starken Druck auf die Presse und die Sicherheitsapparate aus. Größerer Unmut seitens der Bevölkerung wird damit kanalisiert und unterbunden. Gleichwohl kann es sich die Regierung aus Glaubwürdigkeitsgründen kaum leisten, die bereits mehrmals verzögerten Wahlen erneut zu verschie­ben und einen breiten öffentlichen Aufruhr zu riskieren. Kleinere Demonstrationen haben wiederholt das gestiegene Frustrationspotenzial angedeutet. Daher gilt ein Wahltermin bis Mitte 2019 als wahrscheinlich. Der Grundkonflikt liegt in der fehlenden Bereitschaft des Militärs, des Königshauses und der Bangkoker Eliten, die politische und wirtschaftliche Macht mit den ärmeren Bevölkerungsgruppen speziell im Nordosten des Landes zu teilen.

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