Wirtschaftshandbuch

Vietnam-Artikel von Prof. Dr. Andreas Stoffers

Offizielle Staatsbezeichnung Sozialistische Republik Vietnam (Cong Hoa Xa Hoi Chu Nghia Viet Nam)
Staatsform Volksrepublik, Einparteiensystem
Staatsoberhaupt Präsident Nguyen Phu Trong (seit Oktober 2018)
Regierungschef Premierminister Nguyen Xuan Phuc (seit April 2016)
Wirtschaftsressorts Nguyen Chi Dung (Minister für Planung und Investitionen), Tran Tuan Anh (Minister für Industrie und Handel), Dinh Tien Dung (Finanzminister), Le Minh Hung (Staatsbank Gouverneur)
Sprachen Landessprache: Vietnamesisch; Handelssprache: Englisch
Analphabetenrate 5,0 % (M: 3,4 %, W: 6,5 %) (2016, GSO VN)
Maße und Gewichte Metrisches System
Währung Dong (VND)
Haushaltsjahr Kalenderjahr
Zeitverschiebung MEZ +6 / MESZ +5
Landfläche 310 071 qkm (2017, Weltbank)
Einwohnerzahl 95,541 Mio. (2017, Weltbank)
Bevölkerungsdichte 308 Einwohner/qkm (2017, Weltbank)
Bevölkerungswachstum 1,0 % (2017, Weltbank)
Religionsgruppen Buddhisten ca. 12,2 %, Katholiken 6,8 %, Caodai 4,8 %, Hoahao 1,4 % bis 4 %, Protestanten 1,5 %, Muslime 0,1 % (2014, UN)
Ethnische Zusammensetzung 54 Ethnien: Viet (Kinh) 87 %, Tay 1,9 %, Thai 1,8 %, Khmer 1,5 %, Muong 1,5 %, Chinesen/Hoa 1,1 %, Hmong 1,1 %, Nung 1,1 % (2014/18, GIZ, GB Home Office)
Hauptstadt Hanoi, 7,3 Millionen (2016, GSO VN)
Wichtige Städte Ho-Chi-Minh-Stadt (8,3 Mio.), Hai Phong (2 Mio.), Da Nang (1 Mio.) (2016, GSO VN)
Wichtige Feiertage 2. September (Unabhängigkeitstag), Januar/Februar (Tet, Neujahrsfest), 30. April (Eroberung Saigons), 1. Mai (Tag der Arbeit)
Entstehung des BIP Primärsektor: 18,1 %, Sekundärsektor: 36,4 %, Tertiärsektor: 45,5 % (2016, ADB)
Verwendung des BIP Privater Verbrauch: 68,5 %, Bruttoanlageninvestitionen: 26,6 %, Staatsverbrauch: 6,5 %, Außenbeitrag: 2,5 %, Statistische Abweichung: –4,2 % (2016, ADB)
Wichtige mineralische und fossile Rohstoffe Zement: 60,5 Mio. t, Kohle: 39,4 Mio. t (2016, BP), Erdöl: 16 Mio. t, Erdgas: 10,7 Mrd. cbm, Eisenerz: 4,4 Mio. t, Phosphate: 2,7 Mio. t, Salz: 0,8 Mio. t, Kalk: 0,8 Mio. t, Bauxit: 0,15 Mio. t (2014, USGS)
Wichtige Agrarerzeugnisse Reis (roh): 43,4 Mio. t, Zuckerrohr: 16,3 Mio. t, Maniok: 11 Mio. t, Fisch: 6,4 Mio. t, Mais: 5,2 Mio. t, Bananen: 1,9, Kokosnüsse: 1,5 Mio. t, Mio.t, Kaffee: 1,5 Mio. t (2016, FAO)
Wichtige Industriezweige Nahrungsmittelproduktion, Herstellung metallischer Produkte (ohne Maschinen), Herstellung nicht-metallischer mineralischer Produkte, Bergbau, Chemische Industrie
Elektrizitätserzeugung 146,9 TWh (2015, CIA)
Wirtschaftsabkommen mit Deutschland Investitionsförder- und -schutzvertrag (1998), Doppelbesteuerungsabkommen (1995), Stra¬tegische Partnerschaft (2011)
Handelsabkommen in Kraft AFTA, ASEAN-Australien/Neuseeland (AANZFTA), ASEAN-China, ASEAN-India, ASEAN-Japan, ASEAN-Korea, Chile-Vietnam, Japan-Vietnam, Korea-Vietnam, US ASEAN TIFA, US Vietnam TIFA, Vietnam-Eurasian Economic Union FTA
Internationale Organisationen UN, WTO, IMF, APEC, ASEAN

+       weiterhin politische Stabilität

      bessere Ausschöpfung der Wertschöpfungskette, Aufbau eigener kapitalintensiver Industrien

+       steigende ausländische Direktinvestitionen

+       massiv steigender privater Konsum

–       schwelender maritim-territorialer Konflikt mit China im Südchinesischen Meer

–       Versuch der Meinungskontrolle im Internet

       Fachkräftemangel nach wie vor spürbar

–       diplomatische Irritationen wegen des mutmaßlichen Entführungsfalls eines vietnamesischen Ex-Politikers und Geschäftsmannes in Berlin

+      Stabilität des Systems

+      keine Abkehr vom Weg der wirtschaftlichen Liberalisierung und Weiterentwicklung zum Schwellenland

     weiter wachsende Bedeutung von Privatunternehmen und Konsumenten

+      verstärkter Kampf gegen die Korruption

+      Freihandelsabkommen mit der EU (EU-VN-FTA) und Comprehensive and Progressive Agreement for Trans Pacific Partnership (CPTTP) sorgen für gute     wirtschaftliche Perspektiven

+      Ausweitung der Kooperation innerhalb ASEAN

+/–  Konkurrenzsituation innerhalb ASEAN verstärkt sich

+/–  Risikofaktoren Urbanisierung, Infrastruktur und Umweltschutz

–      Löhne wachsen schneller als die Produktivität

      Lösung des maritimen Territorialkonfliktes mit China ist nicht absehbar

–      Gefährdung durch potenzielle neoprotektionistische Tendenzen verschiedener Länder

Politischer Überblick

Seit der wirtschaftlichen Öffnung 1986 („Doi Moi" = „Erneuerung“ genannt) beein­druckt Vietnam durch einen fortgesetzten Aufschwung. In den vergangenen drei Jahrzehnten ist es Vietnam gelungen, sich von einem wirtschaftlich wenig entwi­ckelten Land mit über 90 Prozent der Bevölkerung im Landwirtschaftssektor zu ei­ner der dynamischsten Volkswirtschaften der Welt zu wandeln. Das BIP ist heute fast 35 Mal so hoch wie noch im Jahr 1989. Und hinsichtlich des Lebensstandards ist es gelungen, in nur zwei Jahrzehnten 30 Millionen Menschen aus der Armut zu holen. Prognosen zufolge soll Vietnam im Jahr 2050 zu den 20 größten Volkswirt­schaften der Welt zählen. Der Schritt zum Upper-Middle-Income-Country mit einem Durchschnitts-pro-Kopf-Einkommen von über 7000 US-Dollar soll bereits 2035 vollzogen sein.

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