Wirtschaftshandbuch

Philippinen-Artikel von Dr. Patrick Ziegenhain

Offizielle Staatsbezeichnung Republik der Philippinen
Staatsform Präsidentielle Demokratie
Staatsoberhaupt Präsident Rodrigo Duterte (seit Juni 2016)
Regierungschef Präsident Rodrigo Duterte (seit Juni 2016) Wirtschaftsressorts Ramon Lopez (Handel und Industrie), Ernesto M. Pernia (sozioökonomische Planung), Carlos „Sonny“ Dominguez III (Finanzen)
Sprachen Landessprache: Filipino (Tagalog), Englisch; Handelssprache: Englisch
Alphabetisierungsrate 96,29% (M: 95,8%, W: 96,8%) (2015, UNESCO)
Maße und Gewichte Metrisches System
Währung Philippinischer Peso (PHP) (1 PHP = 100 Centavos)
Haushaltsjahr Kalenderjahr
Zeitverschiebung MEZ +7 / MESZ +6
Landfläche 300.000 qkm (2016, Weltbank)
Population 103,32 Millionen (2016, Weltbank)
Bevölkerungsdichte 346,5 Einwohner/qkm (2016, Weltbank)
Bevölkerungswachstum 1,6% (2015, Weltbank)
Religionsgruppen Katholiken 80,6%, Muslime 5,6%, Evangelikale 2,7%, Iglesia ni Kristo 2,4%, Aglipayan 1%, Ohne Religion 0,1%, Andere 11,3% (2010, Zensus)
Ethnische Zusammensetzung Tagalog 24,4%, Bisaya 11,4%, Cebuano 9,9%, Ilocano 8,8%, Hiligaynon Ilonggo 8,4%, Bikol 6,8%, Waray 4,0%, Andere 26,3% (2010, Zensus)
Hauptstadt Manila (National Capital Region, NCR 12,8 Mio.) (2015, Zensus)
Wichtige Städte Pasig City (2,9 Mio.), Quezon City (2,9 Mio.), Davao City (1,6 Mio.) (2015, Zensus)
Wichtige Feiertage 12. Juni (Unabhängigkeitstag), christliche Feiertage
Entstehung des BIP Primärsektor 10,3%, Sekundärsektor 30,8%, Tertiärsektor 58,9% (2015, ADB)
Verwendung des BIP Privater Verbrauch 73,8%, Bruttoanlageinves-titionen 20,6%, Staatsverbrauch 11,0%, Außenbeitrag -5,3% (2015, ADB)
Wichtige mineralische und fossile Rohstoffe Kalkstein: 73,4 Mio. t, Zement: 20,2 Mio. t, Meersalz: 992.600 t, Nickel: 446.000 t, Kupfererz: 90.861 t, Chromeisenstein: 26.164 t, Silber: 40,0 t, Gold: 17,2 t (2013, USGS)
Wichtige Agrarerzeugnisse Reis: 19,0 Mio. t, Zuckerrohr: 25,0 Mio. t, Kokosnuss 14,7 Mio. t, Mais: 7,8 Mio. t, Maniok: 2,5 Mio. t, Fisch: 4,5 Mio. t, Bananen: 8,9 Mio. t, Ananas: 2,5 Mio. t, (2014, FAO); Schweinefleisch: 1,5 Mio. t (2016, USDA)
Wichtige Industriezweige Elektronik, Textil, Lebensmittelverarbeitung, Bergbau/Industrie, Handel/Tourismus, Land-, Forst-, Fischwirtschaft
Elektrizitätserzeugung 90,8 Mrd. kWh, davon Kohle 43,3 Mrd. kWh, Erdgas 19,9 Mrd. kWh, Geothermal 11,1 Mrd. kWh, Wasserkraft 8,1 Mrd. kWh, Öl 5,7 Mrd. kWh, Wind-, Solar- und Biomasseenergie 1,8 Mrd. kWh (2016, Department of Energy)
Wirtschaftsabkommen mit Deutschland Doppelbesteuerungsabkommen (1983), Investitionsförder- und -schutzvertrag (2000)
Handelsabkommen in Kraft AFTA, AANZFTA, ASEAN China, ASEAN-India, ASEAN-Japan, ASEAN-Korea, GSTP, Japan, GATT
Internationale Organisationen UN, WTO, IMF, APEC, ASEAN

+ Sehr großes Wirtschaftswachstum

+ Investitionen in Infrastrukturmaßnahmen

– Undemokratische Regierungsweise des Präsidenten

– Autoritäre Tendenzen im politischen System

+ Anhaltendes Wirtschaftswachstum

+ Ausbau der Infrastruktur, insbesondere im Straßenbau und der Energieversorgung

– Keine Reduzierung der Massenarmut und der sozialen Ungleichheit

– Gefahr von innenpolitischen Unruhen durch repressive Regierungsmaßnahmen

– Weiterhin relativ niedrige ausländische Direktinvestitionen (v.a. im Bergbau)

Politischer Überblick

Die Wahlen im Mai 2016 haben die politische Situation in den Philippinen grundlegend verändert. Nach sechs Jahren unter dem unspektakulären, wenig reformfreudigen, allerdings weitgehend nach demokratischen Standards regierenden Präsidenten Benigno „Noynoy“ Aquino wählte die philippinische Bevölkerung mit fast 40 Prozent der Stimmen mit Rodrigo Duterte das genaue Gegenteil zum Staats- und Regierungschef.

In seinem ersten Amtsjahr hat er eine Reihe von Reformvorhaben gestartet, die das politische System der Philippinen grundlegend verändern könnten. Das Land soll nicht nur zu einem parlamentarischen oder semi-präsidentiellen Regierungssystem umgestaltet, sondern auch zu einem föderalen Staat werden. Damit soll die Macht vom Zentrum Manila in die mittleren und südlichen Landesteile verlagert werden. Der langjährige ehemalige Bürgermeister der südphilippinischen Großstadt Davao übertrug seinen rücksichtslosen Kampf gegen Drogen von der lokalen auf die nationale Ebene. Nahezu 10.000 Menschen wurden in seinem ersten Amtsjahr als vermeintliche Drogenkonsumenten oder –händler von regulären Polizeieinheiten oder von „Vigilanten“ ohne Gerichtsverfahren ermordet. Gegen die Täter wurden keine Ermittlungen eingeleitet. Die Opfer waren meist einfache Bürger, jedoch waren auch einige Prominente wie der Bürgermeister von Albuera, Ronaldo Espinosa, betroffen.

Jegliche Kritik aus dem In- und Ausland an seinem Vorgehen wehrte Duterte mit zum Teil vulgären Beleidigungen und Drohungen ab. Die kritische Senatorin Leila de Lima wurde als vermeintliche Drogenhändlerin inhaftiert. Im Mai 2017 lieferte ihm eine bürgerkriegsähnliche Situation in Marawi im muslimischen Südwesten des Landes einen Vorwand, um das Kriegsrecht über die Insel Mindanao zu verhängen. Es besteht kein Zweifel, dass die Philippinen auf Grund der Einschränkung der Bürgerrechte und der hohen Zahl der außergerichtlichen Tötungen sich auf dem Weg zu einem autoritären Regime befinden. Trotz alledem ist die Unterstützung von Duterte in der Bevölkerung mit über 80 Prozent Zuspruch in Meinungsumfragen nach ...

Für den gesamten Artikel inklusive Marktdaten und Sektorinformationen melden Sie sich bitte hier an.