1. Studentische Südostasien-Konferenz

Vom 4. bis zum 6. November 2016 fand am Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg die erste studentische Südostasien Konferenz statt. Die Konferenz wurde durchgeführt von einem Team aus 20 Bachelor-, Master- und PhD-Studenten aus den Schwerpunkten Austronesistik, Thaiistik und Vietnamistik der Abteilung Südostasien. Ziel der Konferenz war es, studentische Forschung zu Südostasien zu präsentieren und Studenten der zahlreichen Forschungsinstitute mit Südostasienbezug zusammenzubringen.


Konzept

Südostasienwissenschaftliche Studiengänge werden an mehreren bedeutenden deutschen Universitäten angeboten; andere Universitäten haben Fachbereiche mit südostasien-wissenschaftlichen Forschungsschwerpunkten. Deutschlandweit führend ist hier die Universität Hamburg mit den Lehrstühlen Austronesistik, Thaiistik und Vietnamistik. Die Südostasienwissenschaftler der verschiedenen Universitäten waren untereinander jedoch nicht vernetzt. Große Potenziale blieben ungenutzt. Auch bestanden für junge Südostasienwissenschaftler praktisch keine Möglichkeiten, ihre Forschungsergebnisse außerhalb ihrer Seminare zu präsentieren. Um dies zu ändern, ergriffen Studenten der Abteilung  Südostasien die Initiative und planten eine erste interdisziplinäre, studentische Südostasien-Konferenz am Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg. Diese Konferenz ermöglicht Bachelor-, Master- und PhD-Studenten der Südostasienwissenschaften in Deutschland, ihre Forschungsergebnisse einem größeren Publikum vorzustellen und sich untereinander zu vernetzen. Studenten der Universität Hamburg erhalten die Möglichkeit, Erfahrungen in der Durchführung einer wissenschaftlichen Konferenz zu sammeln. Die Konferenz dient als Startpunkt zur Schaffung eines Südostasiennetzwerks. Am Folgetag der Konferenz wurde der Verein für Studenten der Südostasienwissenschaften gegründet.

Nutzen

Nutzen für die Südostasienwissenschaften im Allgemeinen, für Studenten dieser Fachrichtung und für die Universität Hamburg: Bachelor-, Master- und PhD-Studenten der Südostasienwissenschaften wird die Möglichkeit geboten, Informationen und Ideen auszutauschen, die für ihre Abschlussarbeiten relevant sein können und neue Perspektiven für zukünftige Forschung aufzeigen. Sie bekommen eine Plattform, auf der sie ihre eigene Forschung einem Fachpublikum präsentieren können. Studenten der Südostasienwissenschaften aus ganz Deutschland können sich miteinander austauschen und vernetzen, was der ganzen Fachrichtung zu Gute kommt. Auch werden die südostasienwissenschaftlichen Studiengänge unter den Studenten angrenzender Fachrichtungen bekannter und die verschiedenen Institute mit solchen Schwerpunkten auf Ebene der Studenten vernetzt. Dadurch wird der Bereich der Südostasienwissenschaften in Deutschland gestärkt: Die Forschungsqualität steigt und die entsprechenden Studiengänge werden attraktiver.

Ergebnisse

Die Konferenz traf deutschlandweit auf großes Interesse. Mit über 100 Teilnehmern von außerhalb Hamburgs und über 40 eingereichten Abstracts wurden die Erwartungen deutlich übertroffen. Am Vorabend der Konferenz fand ein Sektempfang statt, gefolgt von der Premiere des Films „Slab ning Keth. Tod und Geburt. – die kambodschanische Bestattung von Oma Kimlang“ der Fernsehjournalistin und Kulturanthropologiestudentin Annika Franke. Neben den zwei Keynote-Reden fanden zwölf Panels statt zu den Themen „Communities und die Natur“, „Literarische Kritik“, „Linguistik“, „Arbeits- und Menschenrechte“, „Zeitgenössische Musik“, „Übergang in die Moderne“, „Entwicklung in ASEAN“, „Vor- und Frühmoderne“, „Gender Studies“, „Armut und Entwicklung“, „Manuskripte“ und „Identität in der Gegenwart“. Es waren Repräsentanten der verschiedenen studentischen Vereinigungen der Region Südostasiens anwesend (u.a. Vietnam, Singapur, Thailand, Philippinen). Ein Highlight der Konferenz war der Auftritt der Tanzgruppe des indonesischen Generalkonsulats im Abschlusspanel. Teilnehmende Professoren aus ganz Deutschland nutzten die Konferenz zur Suche nach Nachwuchskräften.

Feedback

Generell wurde die Konferenz von allen Teilnehmern sehr positiv bewertet. Die Organisation wurde als sehr professionell wahrgenommen. Das Niveau der Vorträge – sowohl der Studenten als auch der Keynotes – wurde sehr hoch eingeordnet. Der größte Verdienst der Konferenz war eventuell die Begeisterung und der Stolz auf die Südostasienwissenschaften, den sie bei den Teilnehmern entfacht hat. Teilnehmer berichteten, erst durch die Konferenz sei ihnen klar geworden, dass das Studium mehr als nur eine Übergangsphase zum Berufsleben ist. Andere hatten durch die Konferenz erstmals das Gefühl, auch als Student etwas bewirken zu können. Das Gefühl, das die Teilnehmer und Organisatoren nach der emotionalen Rede in der Abschlussrunde hatten, ist kaum in Worte zu fassen. Das ganze Plenum war sehr bewegt. Die Konferenz wurde von vielen Personen und Institutionen unterstützt und gefördert. Ein besonderer Dank gilt der Universität Hamburg, dem Universitätskolleg, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Ostasiatischen Verein e.V. in Hamburg.

Bilder der Konferenz

Eröffnungsrede vom Initiator und Projektleiter, Kim Thanh Vo, am Vorabend der 1. Studentischen Südostasien-Konferenz
Prof. Dr. Andreas Stoffers (Keynote-Sprecher), Prof. Dr. Jörn Dosch (Keynote-Sprecher), Prof. Dr. Volker Grabowsky (Sprecher des Asien-Afrika-Instituts) und Prof. Dr. Jan Van der Putten (Leiter der Abteilung für Sprachen und Kulturen Südostasiens) (v.l.)
„Der Hegemon klopft an die Tür: Dominiert
China Südostasien?“ von Prof. Dr. Jörn Dosch, Universität Rostock
Tanzgruppe des indonesischen Generalkonsulats in Hamburg
Studentischer Vortrag von Rosalia Engchuan zum Thema „Gender Roles and Feminine Sexuality in the Thai Teen Drama Hormones the Series“
Gruppenfoto der 1. Studentischen Südostasien-Konferenz
Gründung des „Studentischen Vereins der Südostasienwissenschaften“
 

Kim-Thanh Vo

Kim-Thanh Vo
OAV
Projektleiter
vo@oav.de