Wirtschaftshandbuch

Timor Leste-Artikel von Dr. Monika Schlicher

Offizielle Staatsbezeichnung Demokratische Republik Timor-Leste
Staatsform Parlamentarische Republik
Staatsoberhaupt Präsident Taur Matan Ruak (seit 2012)
Regierungschef Premierminister Rui Maria de Araújo (seit 16. Februar 2015)
Wirtschaftsressorts Xanana Gusmão (Minister für Planung und strategische Investitionen), Santina José Rodrigues Ferreira Viegas Cardoso (Finanzministerin), Constâncio da Conceição Pinto (Minister für Handel, Industrie, Umwelt), Francisco Kalbuadi Lay (Minister für Tourismus, Kunst, Kultur), Estanislau da Silva (Minister für Landwirtschaft Fischerei und Koordinator für Wirtschaftsangelegenheiten), Alfredo Pires (Minister für Erdöl & Mineralische Ressourcen), Gastão Francisco de Sousa (Minister für öffentliche Bauvorhaben, Transport und Telekommunikation)
Sprachen Amtssprachen: Tetum, Portugiesisch; Arbeitssprachen: Indonesisch, Englisch; sowie 15 weitere Nationalsprachen
Analphabetenrate 42 % (2015, UNDP)
Maße und Gewichte Metrisches System
Währung US-Dollar (USD)
Haushaltsjahr 1. Januar bis 31. Dezember (seit 2008)
Zeitverschiebung MEZ +8 / MESZ +7
Landfläche 14.870 qkm (2011, Weltbank)
Einwohnerzahl 1,16 Millionen (2015, Vorläufiges Ergebnis, Statistikamt von Timor-Leste, DNE)
Bevölkerungsdichte 80 Einwohner/qkm (2014, CIA World Factbook 2014-2015)
Bevölkerungswachstum 1,8 % (2015, vorläufiges Ergebnis, Statistikamt von Timor-Leste, DNE)
Religionsgruppen Katholiken 96,9%, Protestanten 2,2%, Mos-lems 0,3%, Andere 0,5% (2010, Zensus)
Ethnische Zusammensetzung Rd. 15 austronesische und melanesische Bevölkerungsgruppen. Größte Gruppen Tetum (450.000 Angehörige), Bunak (56.000), Makasae (107.000), Baikeno (62.000), Kemak (62.000), Tokodede (39.000)), Fataluku (38.000), Mambai (31.000), chinesische Minderheit (2010, Zensus)
Hauptstadt Dili (234.331) (2010, Zensus)
Wichtige Städte Dare (23.500), Lospalos (20.000), Baucau (17.500) (2012)
Wichtige Feiertage 20. Mai: Wiederherstellung der Unabhängigkeit 2002, 30. August: Tag der Volksbefragung (zur Lösung des Osttimor-Konfliktes 1999), 12. November: Nationaler Tag der Jugend (Massaker auf Santa Cruz Friedhof 1991), 28. November: Ausrufung der Unabhängigkeit 1975, 7. Dezember: Nationaler Tag der Helden (Invasion von Indonesien 1975)
Entstehung des BIP Primärsektor 4,3%, Sekundärsektor 76,3%, Tertiärsektor 19,4% (2013, ADB)
Verwendung des BIP Privater Verbrauch 19,3%, Staatsverbrauch 15,9%, Bruttoanlageninvestitionen 10,3%, Außenbeitrag 54,5% (2013, ADB)
Wichtige mineralische und fossile Rohstoffe Erdöl, Erdgas, 2006 Abkommen mit Australien über die Nutzungs- und Eigentumsrechte in der Timorsee (Treaty on Certain Maritime Arrange¬ments in the Timor Sea, CMATS-Treaty)
Wichtige Agrarerzeugnisse Mais: 101.000 t, Reis, ungeschält: 87.000 t, Wurzeln und Knollen 27.500 t, Maniok: 26.500 t, Fisch: 4.756 t (2013, FAO)
Wichtige Industriezweige Seifen, Webarbeiten, Druckgewerbe, Kunsthandwerk
Elektrizitätserzeugung 349.4 Millionen kWh (2012, CIA)
Wirtschaftsabkommen mit Deutschland Bilaterale Investitionsförderungs- und -schutzvertrag (IFV)
Handelsabkommen in Kraft keine
Internationale Organisationen UN, ADB, FAO, IMF, CPLP

+       Wachsende politische Stabilität

+       Staatsausgaben für Infrastrukturmaßnahmen bilden Basis für wirtschaftliche Entwicklung

–       Abhängigkeit von Öl- und Gassektor bleibt bestehen

–       Schwache Privatwirtschaft und fehlende Beschäftigungsmöglichkeiten

+  friedliche und faire Parlaments- und Präsidentschaftswahlen

+  beständiges BIP-Wachstum

 Wachsende Korruption

–  mangelnde Nachhaltigkeit der öffentlichen Ausgaben und Entwicklungsvorhaben

Politischer Überblick

Nach dem Rücktritt von Premierminister Xanana Gusmão in 2015 wird Timor-Leste von einer großen Koalition, der Regierung der nationalen Einheit, regiert. Der neue Premierminister Rui de Araújo hat Veränderungsprozesse angestoßen, die die De­mokratisierung und Stabilisierung des fragilen Landes weiter fördern. Er gilt in der Bevölkerung als fähig, jedoch auch als abhängig von seinem Vorgänger, der nun das Ministeramt für Planung und Strategische Investitionen bekleidet.

Die Strategie, verschiedene politische Gruppierungen an der Regierung zu beteili­gen, soll den politischen Machtkampf neutralisieren und eine friedliche Transition der Macht bei der nächsten Wahl 2017 ermöglichen. Eine Regierung ohne starke Opposition hat aber auch negative Seiten: Korruption, Amtsmissbrauch und Vettern­wirtschaft weiten sich aus. Das politische System ist bestimmt von Patro­nage und politischen Klientelismus.

Insgesamt gibt es bei allen führenden Parteien das Problem der Machtübergabe an potentielle Nachfolger der dominanten Persönlichkeiten aus den Jahren des Wider­standes (Generation 1975). Für die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen 2017 sind in den führenden Positionen...

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