Wirtschaftshandbuch

Thailand-Artikel von Daniel Müller

Offizielle Staatsbezeichnung Königreich Thailand
Staatsform Konstitutionelle Monarchie
Staatsoberhaupt König Maha Vajiralongkorn Bodindradebayavarangkun (Rama X)
Regierungschef Seit Juni 2019 Premierminister Prayuth Chan-ocha
Wirtschaftsressorts Handelsminister: Jurin Laksanawisit Finanz¬minister: Apisak Tantivorawong Industrieminister: Suriya Juangroongruangkit Energieminister: Sontirat Sontijirawong
Sprachen Landessprache: Thai; Handelssprachen: Thai, Englisch, auch chinesische Dialekte
Analphabetenrate 7,1 % (2015, Weltbank)
Maße und Gewichte Metrisches System (teilweise lokale Maße und Gewichte. Häufig: 1 rai = 1 600 qm)
Währung Baht (1 THB = 100 Satangs)
Haushaltsjahr 1. Oktober bis 30. September
Zeitverschiebung MEZ +6 / MESZ +5
Landfläche 513 120 qkm (2018, Weltbank)
Einwohnerzahl 69,18 Mio. (2018, Weltbank)
Bevölkerungsdichte 135 Einwohner/qkm (2017, Weltbank)
Bevölkerungswachstum 0,3 % (2017, Weltbank)
Religionsgruppen Buddhisten: 93,5 %, Muslime: 5,4 %, Christen: 1,1 % (2018, National Statistical Office)
Ethnische Zusammensetzung Thais, Chinesen, Laoten, Malaien, Khmer, Angehörige sog. Bergstämme
Hauptstadt Bangkok (8,3 Mio.) (2010, Zensus)
Wichtige Städte Nakhon Rachasima (2,6 Mio.), Samut Prakarn (1,8 Mio.), Chiang Mai (1,7 Mio.), Udon Thani (1,7 Mio.), Chon Buri (1,5 Mio.), Nonthaburi (1,3 Mio.) (2010, Zensus)
Wichtige Feiertage 28. Juli (Geburtstag König Vajiralongkorn), 5. Dezember (Nationalfeiertag, Geburtstag König Bhumibol), Chinesisches Neujahr und buddhis-tische Feste mit wechselndem Datum nach dem Mondkalender
Entstehung des BIP Primärsektor: 8,7 %, Sekundärsektor: 35,1 %, Tertiärsektor: 56,3 % (2017, ADB)
Verwendung des BIP Privater Verbrauch: 47,8 %, Bruttoanlagenin-vestitionen: 22,8 %, Staatsverbrauch: 16,4 %, Außenbeitrag: 13,6 %, statistische Abweichung:
–1,6 % (2017, ADB)
Wichtige mineralische und fossile Rohstoffe Erdgas: 37,7 Mrd. cbm, Erdöl: 17,3 Mio. t, Kohle: 3,8 Mio. t (2018, BP), Rohstahl: 3,5 Mio. t, Zement: 36,2 Mio. t, Gips: 11,3 Mio. t (2015, USGS)
Wichtige Agrarerzeugnisse Zuc¬kerrohr: 103,0 Mio. t, Reis (roh): 33,4 Mio. t, Maniok: 31 Mio. t, Palmöl: 14,6 Mio. t, Mais: 5 Mio. t, Naturkautschuk: 4,6 Mio.t, Mangos: 3,8 Mio. t, Fisch: 2,4 Mio. t, Ananas: 2,1 Mio. t, Bananen: 1 Mio. t, Kokos¬nüsse: 0,9 Mio. t (2017, FAO)
Wichtige Industriezweige Telekommunikation, Nahrungsmittelver-arbeitung, Kfz, Motorräder, Metallverarbeitung, Textilien und Bekleidung, Kunststoffindustrie
Elektrizitätserzeugung 181,7 Mrd. kWh (2016, CIA)
Wirtschaftsabkommen mit Deutschland Doppelbesteuerungsabkommen (1967), Investitionsförder- und -schutzvertrag (2004)
Handelsabkommen in Kraft AFTA, ASEAN-Australien/Neuseeland (AANZFTA), ASEAN-China (ACFTA), ASEAN-Japan (AJCRPA), ASEAN-Indien, ASEAN-Korea, Australien, Bahrain, Chile, China, Japan, Laos, Neuseeland, Peru
Internationale Organisationen UN, WTO, APEC, ASEAN, IMF

+  Die Regierung treibt diverse Reformprogramme voran, die mittel- und langfristig für mehr Innovation und eine höhere Wertschöpfung sorgen sollen.

+  Thailand bleibt ein regionaler Vorreiter bei der Einführung erneuerbarer Energien.

+/–   starke Landeswährung, die jedoch die Exporte beeinträchtigt

+/–   Die neue, formal zivile und aus vielen Parteien bestehende Regierung verfügt nur über dünne Mehrheit, dennoch wird mit mittelfristiger Stabilität gerechnet.

+/–   Konjunkturpaket gegen wirtschaftliche Abkühlung

–   rückgängiger Exportsektor

–   Ernteausfälle durch extreme Dürre im Norden

+  Die Normalisierung der Beziehungen zu den westlichen Staaten schreitet weiter voran, der Abschluss eines FTA mit der EU rückt in Reichweite.

+  Die Tourismusindustrie wird weiter zu Exporterlösen beitragen.

+  Thailand könnte von Lieferketten-Verlagerungen aus China infolge des US-China-Handelsstreits profitieren.

+/–   Die Furcht vor einer Rückkehr zur direkten Militärherrschaft wirkt innerpolitisch beruhigend, ein Ende der politischen Spaltung ist jedoch nicht in Sicht.

–  Das Wachstum bleibt mit prognostizierten 2,1 % unter den Möglichkeiten.

–  Der Mangel von Fachkräften v.a. mit digitalen Kompetenzen spitzt sich zu.

Politischer Überblick

Thailands Politik ist von einer tiefen Spaltung geprägt, bei der sich die privilegierten konservativen Schichten aus Königshaus, Militär und Bangkoker Eliten und sich traditionell als benachteiligt empfindende Bevölkerungsteile speziell aus dem Nordosten nahezu unversöhnlich gegenüberstehen. Eine Lösung des Konfliktes ist nicht in Sicht. Auch die – mehrmals verschobene – Parlamentswahl am 24. März 2019 hat daran nichts geändert. Es handelte sich um die erste Wahl seit dem Militärputsch im Mai 2014, der als Akt zur Sicherung der Macht angesichts der prekären Gesundheit des damaligen Königs Bhumibol interpretiert wurde, der am 13. Oktober 2016 verstarb. Nach dem Putsch hatte General Prayuth Chan-ocha mit dem Vorsitz des „National Council for Peace and Order“ die Macht übernommen. In dieser Funktion wurde er zum (ungewählten) Premierminister ernannt. Im August 2016 wurde eine neue Verfassung angenommen, die eigens konzipiert wurde, um den Militäreinfluss festzuschreiben. Mithilfe dieser Verfassung wurde Prayuth im Juni 2019 erneut zum Premier ernannt...

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