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Deutscher Asienhandel: Divergente Entwicklung im ersten Halbjahr 2025

Hamburg, 25. August 2025 – Der deutsche Außenhandel mit der Region Asien-Pazifik zeigte im ersten Halbjahr 2025 ein gemischtes Bild. Die Importe aus der Region legten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kräftig um 9,4 % auf 151,2 Mrd. EUR zu, während die Exporte mit 5,5 % deutlich zurückgingen. Damit vergrößerte sich das deutsche Handelsdefizit spürbar. Zum Vergleich: Im gesamten deutschen Außenhandel stiegen die Importe um 4,4 %, die Exporte blieben nahezu stabil (-0,1 %).

Besonders markant war die Entwicklung im Handel mit China: Die deutschen Einfuhren aus der Volksrepublik stiegen um 10,6 % auf 81,3 Mrd. EUR, die Exporte sanken hingegen um 14,2 % auf 41,4 Mrd. EUR. Hauptgründe sind der drastische Rückgang der Pkw-Ausfuhren im ersten Quartal um über 75 % sowie ein Rückgang bei Autoteilen um mehr als 50 %. Zusätzlich wirken die zunehmende Konkurrenz chinesischer Elektroauto-Hersteller und die Lokalisierung deutscher Produktion in China hemmend auf die Exporte.

Im Gegensatz dazu entwickelte sich der Handel mit Japan positiv: Die Exporte stiegen um 21,5 % auf 12,0 Mrd. EUR, während die Importe um 3,7 % zurückgingen. Mit einem bilateralen Handelsvolumen von über 23 Mrd. EUR im ersten Halbjahr 2025 bleibt Japan der zweitwichtigste Handelspartner Deutschlands in der Region. Südkorea verzeichnete hingegen rückläufige Zahlen: Die Exporte gingen um 9,4 % auf 9,1 Mrd. EUR zurück, die Importe um 3,7 %. Damit verliert der drittgrößte deutsche Absatzmarkt der Region etwas an Dynamik. Australien zeigte ein gemischtes Bild: Die deutschen Importe legten mit 29,6 % stark zu, die Exporte gingen um 8,9 % zurück.

Der Außenhandel mit Indien konnte in den ersten sechs Monaten des Jahres solide zulegen: Die Exporte stiegen um 7,8 % auf 8,0 Mrd. EUR, die Importe um 9,6 %. Diese positiven Zahlen bestätigen aktuell die optimistischen Erwartungen der deutschen Wirtschaft gegenüber dem Subkontinent. Bangladesch verzeichnete rückläufige Exporte (-6,2 % auf 247,6 Mio. EUR) bei gleichzeitig steigenden Importen (+12,5 % auf 4.561,4 Mio. EUR), während Sri Lanka Exporte um 5,1 % auf 113,6 Mio. EUR und Importe um 16,1 % auf 536,0 Mio. EUR steigern konnte.

Auch die ASEAN-Region zeigte eine dynamische Entwicklung: Die Exporte stiegen um 14,2 % auf 14,7 Mrd. EUR, die Importe um 13,9 % auf 28,2 Mrd. EUR. Besonders Vietnam (+23,1 % Importe; +5,0 % Exporte), Thailand (+16,2 % Importe) und Kambodscha (+23,3 % Importe; +52,3 % Exporte) legten stark zu. Singapur und Malaysia zeigten eine uneinheitliche Entwicklung: Während die Importe zunahmen, gingen die Exporte zurück.

Insgesamt verdeutlicht die Halbjahresbilanz 2025 eine zunehmende Asymmetrie: Deutschland importiert deutlich mehr Waren aus Asien-Pazifik, während die Exporte in viele Märkte an Schwung verlieren – Ausnahmen bilden Japan, Indien und Teile der ASEAN-Region.

Der OAV vertritt als Netzwerk der deutschen Asienwirtschaft Unternehmen aller Branchen und Größen. Seit seiner Gründung im Jahr 1900 fungiert er erfolgreich als Plattform für Meinungs- und Erfahrungsaustausch sowie Strategiediskussionen.

Datum

25.08.2025

Norman Langbecker

Ansprechpartner

Norman Langbecker
Regionalmanager Japan, Korea, Südpazifik
langbecker@oav.de
040 35 75 59-15