7. Sitzung des Deutsch-Mongolischen Wirtschaftsausschusses

06. Juni 2018

Seit 2011 tagt der Deutsch-Mongolische Wirtschaftsausschuss (DWMA) jährlich, um deutsche und mongolische Unternehmen auf dem Gebiet der Erschließung, Gewinnung, Nutzung und Verarbeitung mineralischer Rohstoffe zu unterstützen. Der DMWA fördert somit die Umsetzung des Rohstoffabkommens, welches anlässlich der Mongoleireise der Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel im Jahr 2011 geschlossen wurde und das Ziel einer nachhaltigen Rohstoffversorgung und Rohstoffnutzung sowie den Technologie- und Innovationstransfer zwischen Deutschland und der Mongolei verfolgt.

Nachdem sich die mongolische Wirtschaft im Jahr 2016 noch in einer Rezession befand, zeigten sich 2017 und 2018, dank des Rettungspakets des IWF und hoher Investitionen für den Ausbau der Kupfer- und Goldmine Oyu Tolgoi, wieder positive Trends in den wirtschaftlichen Kennzahlen. Für das Jahr 2018 wird ein Wirtschaftswachstum von 5,0 Prozent prognostiziert. Von vorsichtigem Optimismus geprägt war auch die diesjährige Sitzung des Deutsch-Mongolischen Wirtschaftsausschusses in Ulan Bator, welche unter der Leitung des mongolischen Ko-Vorsitzenden, Herrn Bezjav Munkhbaatar, Generaldirektor der Erdenet Oyu Tolgoi LLC, und des deutschen Ko-Vorsitzenden Laurenz Melchers, Vorstandsvorsitzender der MSM Group LLC, stattfand.

Der Ko-Vorsitzende Munkhbaatar betonte, dass sich neben der sich positiv entwickelnden wirtschaftlichen Situation auch ein freundlicheres Investitionsklima zeige. Dies sei unter anderem auf die Etablierung eines mongolischen Investitionsschutzrates im Jahr 2016 zurückzuführen. Seit der Gründung wurden bereits 125 Anfragen und Beschwerden von internationalen und nationalen Organisationen und Investoren erfolgreich bearbeitet. Katharina Will, Referentin für Sicherheit und Rohstoffe beim Bundesverband der deutschen Industrie (BDI), hob hervor, dass das Rohstoffabkommen von großer Bedeutung für die deutsche Wirtschaft sei, da knapp ein Viertel des deutschen Bruttoinlandsprodukts durch die Industrie erwirtschaftet werde. Insbesondere die Förderung von Seltenen Erden in der Mongolei könnte, in Hinblick auf die Elektrifizierung der Automobilindustrie und den damit zunehmenden Bedarf an Lithium-Ionen-Akkus, in Zukunft eine noch wichtigere Rolle spielen. Unter den Teilnehmern der Sitzung herrschte Konsens, dass die mongolische Wirtschaft ihrerseits durch den Technologietransfer von deutschen Unternehmen im Bereich der Rohstoffverarbeitung, Energieversorgung und Schaffung technischer Infrastrukturen langfristig profitieren kann.

Im Rahmen der Sitzung wurden zudem diverse Deutsch-Mongolische Projekte vorgestellt. So beispielsweise der Sainshand Windpark, bei welchem Ferrostaal als Projektentwickler fungiert. Der Windpark, welcher 15 km nordöstlich der Stadt Sainshand in der Provinz Dornogobi liegt, wird voraussichtlich im Herbst 2018 fertiggestellt werden und über eine Nennleistung von 54 MW verfügen. Ein weiteres vorgestelltes Projekt befasst sich mit der Verarbeitung von Kupfer mittels Lösungsmittelextraktion und Elektrolytischer Raffination. Die Machbarkeitsstudie für dieses Projekt wurde von der Euro Khan LLC gemeinsam mit Ferrostaal durchgeführt. Derartige Projekte sollen durch den DMWA weiterhin unterstützt werden und als Best-Practice Beispiel für weitere Projekte dienen. Um die bestehenden und zukünftigen Schwierigkeiten bei der Finanzierung von Projekten zu bewältigen, soll ein Workshop von deutschen Vertretern für mongolische Unternehmen und Banken zu Finanzierungsfragen eingerichtet werden.

Die Ergebnisse der DMWA-Sitzung wurden am Folgetag in die Sitzung der Regierungsarbeitsgruppe eingebracht, die durch den mongolischen Bergbauminister D. Sumiyabazar und den Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Herrn Oliver Wittke, geleitet wurde.

Trägerverbände des DMWA sind der Ostasiatische Verein e.V. (OAV) und der Deutsch-Mongolische Unternehmerverband (DMUV).