7. Sitzung des Deutsch-Mongolischen Wirtschaftsausschusses

In Ulan Bator fand Ende Mai 2018 die 7. Sitzung des Deutsch-Mongolischen Wirtschaftsausschusses statt. Im Fokus der Sitzung standen die Ausweitung bestehender bilateralen Kooperationen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Mongolei im Rohstoff-, Industrie- und Technologiebereich und die Entwicklung neuer gemeinsamer Projekte.


Seit 2011 tritt der Deutsch-Mongolische Wirtschaftsausschuss (DWMA) jährlich zusammen, um die Zusammenarbeit von deutschen und mongolischen Unternehmen auf dem Gebiet der Erschließung, Gewinnung, Nutzung und Verarbeitung mineralischer Rohstoffe zu fördern. Unter der Leitung des mongolischen Ko-Vorsitzenden, Herrn Bezjav Munkhbaatar, Generaldirektor der Erdenet Oyu Tolgoi LLC, und des deutschen Ko-Vorsitzenden Herrn Laurenz Melchers, Vorstandsvorsitzender der MSM Group LLC Der DMWA unterstützt somit die Umsetzung des Rohstoffabkommens, welches anlässlich der Mongoleireise der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel im Jahr 2011 geschlossen wurde und das Ziel einer nachhaltigen Rohstoffversorgung und Rohstoffnutzung sowie den Technologie- und Innovationstransfer zwischen Deutschland und der Mongolei verfolgt. Die Sitzung des 7. Deutsch-Mongolisch Wirtschaftsausschusses war von vorsichtigem Optimismus bezüglich der wirtschaftlichen Lage in der Mongolei und der Potenziale der weiteren Zusammenarbeit geprägt. Nachdem sich die mongolische Wirtschaft im Jahr 2016 noch in einer Rezession befand, zeigten sich 2017 und 2018, unter anderem dank eines Rettungspakets des Internationalen Währungsfonds und hoher Investitionen für den Ausbau der Kupfer- und Goldmine Oyu Tolgoi, wieder positive Trends in den wirtschaftlichen Kennzahlen. Für das Jahr 2018 wird ein Wirtschaftswachstum von fünf Prozent prognostiziert.

Ko-Vorsitzender Munkhbaatar betonte, dass sich neben der positiven wirtschaftlichen Entwicklung auch ein freundlicheres Investitionsklima zeige. Dies sei unter anderem auf die Etablierung eines mongolischen Investitionsschutzrates im Jahr 2016 zurückzuführen. Seit der Gründung wurden bereits 125 Anfragen und Beschwerden von internationalen und nationalen Organisationen und Investoren erfolgreich bearbeitet. Frau Katharina Will, Referentin für Sicherheit und Rohstoffe beim Bundesverband der deutschen Industrie (BDI), hob hervor, dass das Rohstoffabkommen nach wie vor von großer Bedeutung für die deutsche Wirtschaft sei, da knapp ein Viertel des deutschen Bruttoinlandsprodukts durch die Industrie erwirtschaftet werde. Insbesondere die Förderung von Seltenen Erden in der Mongolei könnte, in Hinblick auf die Elektrifizierung der Automobilindustrie und den damit zunehmenden Bedarf an Lithium-Ionen- Akkus, in Zukunft eine noch wichtigere Rolle spielen. Unter den Teilnehmern der Sitzung herrschte Konsens, dass die mongolische Wirtschaft ihrerseits durch einen Technologietransfer von deutschen Unternehmen im Bereich der Rohstoffverarbeitung, Energieversorgung und Schaffung technischer Infrastrukturen langfristig profitieren könne.

Im Rahmen der Sitzung wurden zudem diverse deutsch-mongolische Projekte vorgestellt. So beispielsweise das Windparkprojekt Sainshand in der Gobi-Wüste, bei welchem Ferrostaal als Projektentwickler involviert ist. Der Windpark, welcher 15 Kilometer nordöstlich der Stadt Sainshand in der Provinz Dornogobi liegt, wird voraussichtlich im Herbst 2018 fertiggestellt werden und über eine Nennleistung von 54 Megawatt verfügen. Ein weiteres vorgestelltes Projekt befasst sich mit der Verarbeitung von Kupfer mittels Lösungsmittelextraktion und elektrolytischer Raffination. Die Machbarkeitsstudie für dieses Projekt wurde von der Euro Khan LLC gemeinsam mit der Ferrostaal Group durchgeführt. Derartige Projekte sollen durch den DMWA weiterhin unterstützt werden und als Best-Practice Beispiel für die weitere Zusammenarbeit dienen. Die Ergebnisse der DMWA-Sitzung wurden am Folgetag in die Sitzung der Regierungsarbeitsgruppe eingebracht, die durch den mongolischen Bergbauminister, S.E. D. Sumiyabazar, und den Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Herrn Oliver Wittke, geleitet wurde. Die geopolitische und wirtschaftliche Bedeutung der Mongolei wird zunehmend auch auf europäischer Ebene unterstrichen. Am 2. November 2017, einen Tag nach dem Inkrafttreten des Partnership and Cooperation Agreement (PCA) zwischen der Europäischen Union und der Mongolei, eröffnete die Europäische Union ein Delegiertenbüro in Ulan Bator. Der Präsident der Europäischen Kommission, Herr Jean-Claude Juncker, sowie die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Frau Federica Mogherini, hoben die strategische Signifikanz des demokratischen Landes in der Region hervor und betonten, die guten Beziehungen zu der Mongolei in Zukunft weiter ausbauen zu wollen. Das Partnership and Cooperation Agreement zielt darauf ab, die Zusammenarbeit in zahlreichen Bereichen, wie Nachhaltiger Entwicklung, Ressourcen, Forschung und Entwicklung sowie Menschenrechte, zwischen der EU und der Mongolei in Zukunft weiter auszubauen.

 

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Felicitas Kaupp

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