„The New Asian Lion“ – Myanmar war Schwerpunkt des 93. Ostasiatischen Liebesmahls

28.03.2013

In einem waren sich beim feierlichen Bankett des Ostasiatischen Vereins alle Gäste einig: Asien stellt keine Bedrohung für die deutsche Wirtschaft dar, im Gegenteil: gerade deutsche Unternehmen werden weiter von der anhaltenden Dynamik in Fernost profitieren. In den letzten zehn Jahren sind die deutschen Ausfuhren nach Asien im Schnitt um mehr als neun Prozent gestiegen – im Vergleich zu 5,2 Prozent der deutschen Exporte insgesamt.

Neben Indien und China kristallisiert sich Südostasien immer stärker als attraktive Wachstumsregion heraus. Als neuer asiatischer Tiger ist seit den letzten Jahren Myanmar zu einem neuen Hotspot auf der Investorenlandkarte avanciert. Wie nachhaltig der Öffnungskurs in dem lange abgeschotteten Land sein wird, bleibt abzuwarten. Die beiden Ehrengäste des Banketts, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler, und S.E. U Soe Thane, Minister im Büro des myanmarischen Präsidenten, zeigten sich jedoch optimistisch, dass die Chancen gut stehen, Myanmars Bevölkerung Frieden und Wohlstand zu bringen.

Minister Thane betonte, dass Deutschland ein idealer und bevorzugter Partner bei der Modernisierung seines Landes sei. Dabei würde sich ein Engagement auch für Deutschland lohnen, da in Myanmar viele Investitionsmöglichkeiten bestehen und man für alle Investoren mit nachhaltigen Projekten offen sei. Was etwaige Anknüpfungspunkte für eine Zusammenarbeit anbelangt, nannte der Minister die Sparten Infrastruktur, Lebensmittelverarbeitung, Erneuerbare Energien, Gesundheit, Bildung und vor allem Ausbildung. Bundesminister Rösler sicherte dem Gast aus Myanmar zu, die Bundesregierung werde prüfen, in welchen Bereichen die Beziehungen zwischen beiden Ländern weiter vertieft werden können. Er wünschte Myanmar alles Gute bei seinem schwierigen, aber viel versprechenden Weg in eine neue Ära.     

Sowohl Hamburg als auch der OAV haben eine besondere Beziehung zu Myanmar. Bereits 1853 wurde im damaligen Birma ein Hamburgisches Konsulat errichtet. Der OAV ernannte kurz nach seiner Gründung um 1900 einen Vertrauensmann in Rangun. Auch die Handelsbeziehungen zwischen Hamburg und dem südostasiatischen Land können auf eine lange Geschichte zurückblicken. Diese enge Bindung geriet in den letzten Jahrzehnten etwas in Vergessenheit, da sich das Land selbst isolierte und vom Westen mit Sanktionen belegt wurde. Seitdem aber in Myanmar eine Zivilregierung existiert und bei den Nachwahlen im April 2012 der Opposition echte Entfaltungsmöglichkeiten zugestanden wurden, sind Anzeichen für einen historischen Wandel unverkennbar. Der OAV ist bestrebt, seine traditionelle Beziehung zu Myanmar weiter zu intensivieren.          

„Ich glaube, unser Schlüssel zum Erfolg wird sein, Ihren Erfolg zu verstehen“, sagte U Soe Thane zum Abschluss seiner Rede. Insgesamt betonten die rund 350 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Diplomatie an diesem interessanten und zugleich geselligen Abend die Notwendigkeit, voneinander zu lernen und bestehende Kooperationen weiter mit Leben zu füllen.
 
 Der OAV vertritt als Netzwerk der deutschen Asienwirtschaft Unternehmen aller Branchen und Größen. Er wirkt erfolgreich als Plattform für den Meinungs- und Erfahrungsaustausch sowie für die Strategiediskussion. Der OAV ist einer der Träger des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft. Vorsitzender des OAV ist seit November 2008 Jürgen Fitschen, Co-Vorsitzender des Vorstands und des Group Executive Committee, Deutsche Bank AG.


Da die Rede von Herrn Minister Dr. Rösler frei gehalten wurde, kann leider kein Download der Rede zur Verfügung gestellt werden.

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